Ungehörig, na und...?



Inklusion...

... das Wort ist in aller Munde. Natürlich sind die meisten Menschen für Gleichberechtigung von Menschen
mit Behinderung. Deutschland hat Extra-Schulen und Einrichtungen geschaffen. Darauf war man stolz,
zu Recht,denn diese Einrichtungen leisten gute Arbeit. Gleichzeitig führte es aber dazu, dass Menschen
mit Behinderung zwar gut betreut, aber in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wurden.

Bei einem vierjährigen Aufenthalt in Kanada mit meiner Familie wunderten wir uns anfangs über die vielen
Menschen in Rollstühlen, über die vielen offenbar Gehörlosen, die sich mit Gebärdensprache unterhielten,
über Menschen mit Down-Syndrom mitten in der Gesellschaft.

Sie gingen in ganz normale öffentliche Schulen - unsere Söhne (damals elf und sieben Jahre alt)
berichteten uns davon. Die anderen Kinder erfuhren in ihrem Unterricht keine Nachteile, der Lehrstoff
wurde lückenlos vermittelt. Heute noch bin ich dankbar, dass meine Familie diese Erfahrung machen durfte.

Manche Menschen mit Behinderung sind in Sondereinrichtungen besser aufgehoben. Es ist an der Zeit,
die Schulen für alle, die es sich zutrauen, zu öffnen.

Ich wollte für meine Enkelkinder ein Buch schreiben, das ihnen erklärt, was Inklusion ist. Zum Glück kenne
ich eine sehr erfahrene Gehörlosenpädagogin/ Gebärdensprachdolmetscherin. Mit dem normalen Unwissen
über diese Problematik trat ich an sie heran und weihte sie in mein Vorhaben ein. Sie verbrachte viele
Stunden mit mir und rückte meine Ansichten über Gehörlose und Hörgeschädigte zurecht. Sie ermöglichte
mir eine Hospitation in einer Grundschule. Dort lernen zwei gehörlose Kinder mit.

Der Besuch einer Gehörlosen/ Hörgeschädigten-Schule war ein weiterer Augenöffner, ebenso Gespräche
mit betroffenen Familien.

So entstand ein Buch, das eine realitätsnahe Geschichte über Inklusion am Beispiel von zwei gehörlosen
Kindern in einer Regelschule erzählt. Es zeigt, wie der Unterricht abläuft und welche Bedürfnisse
durch Behörden und Schule abgedeckt werden müssen. Alles in allem ein Buch, das Mut machen soll,
offener auf junge Menschen mit Behinderungen zuzugehen. Sie sind es wert.


Das Buch ist für junge Leute ab 10 Jahren und für interessierte Eltern (- und Lehrer?) geschrieben und
mit fünfundzwanzig Portraits illustriert. Preis 11.90€


BRIGITTE SIMON ist verheiratet, hat zwei erwachsene Söhne und drei Enkelkinder.
Sie schreibt Bücher für Kinder, die ihre ernst gemeinten Fragen wahrheitsgemäß beantwortet haben wollen.
Bisher entstanden sechs Bücher, die über
- Adoption,
- Abwesenheit der Väter (hier: Dienst im Kriegsgebiet und Wochenendpapa)
- Gänse
- Verantwortung für einen Hund
- Reime und Zeichnungen für Kleinkinder (über Vogelstimmen, Farben und Tiere)
- und über gehörlose Mitschüler
informieren.

Die Autorin widmet sich auch der künstlerischen Glasverarbeitung und ehrenamtlichen Tätigkeiten im
Jugendbereich. Ihr Hund sorgt für sportlichen Ausgleich.

Mehr Infos gibt es hier www.glas-und-buecher-simon.de

UNGEHÖRIG …na und?

Was bedeutet Inklusion? Die Klasse 5a einer Gesamtschule und ihr Klassenlehrer werden vor die
Aufgabe gestellt, zwei gehörlose Kinder in ihre Klassengemeinschaft aufzunehmen. Fragen und
Bedenken der Eltern werden im Gespräch mit dem Direktor geklärt. Larissa und Daniel werden
in der Klasse willkommen geheißen.

Wie sich die Neulinge einleben und wie Schwierigkeiten bewältigt werden, ist behutsam in diese
realitätsnahe Geschichte eingewoben. Freundschaften entstehen und nicht nur die gehörlosen Kinder
profitieren davon.